Beacons: Neuer Schwung für Hotels und Touristik

Inhaltsverzeichnis

Veraltete Leuchtreklame eines Motels vor blauem Himmel
Beacons könnten auch in die Hotellerie neuen Schwung bringen | Foto © Steven Lewis, unsplash.com

Der Einsatz von Beacons in Hotels

Beacons sind kleine, relativ günstige Funksender, die auf einer Weiterentwicklung der Bluetooth-Technologie basieren und für Proximity Targeting eingesetzt werden können. In kurzen Intervallen und mit einer Reichweite von bis zu 50 Metern versenden sie bei geringem Stromverbrauch Signale. Beacons sollen neuen Schwung in den Offline-Handel bringen, bieten aber auch für andere Anwendungen interessante Möglichkeiten.

Die Funksender können beispielsweise in Geschäftsräumen installiert werden, um von dort aus Nachrichten an Beacon-fähige Smartphones aus der Umgebung zu versenden. Vor allem Millenials, also die Bevölkerungsgruppe zwischen 18 und 35 Jahren, könnten für diese Technologie zu gewinnen sein. Einer US-amerikanischen Umfrage zufolge würden 56 % gegen Erhalt von Gutscheinen oder Rabatten ihre persönlichen Daten mit einem Unternehmen teilen. Hierin äußert sich die Bereitschaft dieser Zielgruppe, ihre Privatsphäre für bestimmte Vorteile teilweise aufzugeben.
Sowohl für den Online- als auch für den stationären Einzelhandel birgt diese Botschaft natürlich ein großes Potential an Absatzmöglichkeiten.

 

Beacons in der Hotellerie und Touristik

Auch für Hoteliers stellen Beacons eine völlig neue Möglichkeit der Kundenbindung dar. Dies kann bereits beim Check-in beginnen, bei dem ein elektronischer Zimmerschlüssel per App auf das Smartphone des Gastes geladen wird. Um die handschriftliche Unterschrift des Gastes auf dem Meldeschein werden die Hotels jedoch auch nach Inkrafttreten des neuen Bundesmeldegesetzes im November 2015 nicht herumkommen. Allerdings kann der Meldeschein auf dem Zimmer des Gastes blickfangmäßig bereitgestellt werden, mit der Bitte zur Unterschrift. Darüber hinaus können Beacons bei der Zimmerortung in großen Hotels, bei der Lichtregulierung, Zimmerreinigung oder -service eingesetzt werden.

Dass Beacons auch an Flughäfen nicht mehr Zukunftsmusik sind, beweist der Miami International Airport in Florida, bei dem die Technologie für Check-in, Gepäckabgabe, Gate-Durchsagen, aber auch für interne Benachrichtigungen an Mitarbeiter seit Ende 2014 genutzt wird. New Yorker Museen haben den Trend ebenfalls erkannt und setzen Beacons neuerdings testweise bei Museumsführungen ein.

Beacons können bei geringem technischem Aufwand also sehr effektiv für mobiles Marketing mit lokalem Bezug genutzt werden. Die Werbebotschaft kann den Verbraucher im entscheidenden Moment erreichen, positive Kundenerfahrungen schaffen und zu mehr Kaufabschlüssen verhelfen. Darüber hinaus eignen sich Beacons auch sehr gut für die Vernetzung von Geräten und Indoor Navigation.

 

Rechtliche Fallstricke beim Einsatz von Beacons

Was beim Einsatz von Beacons aus rechtlicher Sicht zu beachten ist:

  • Beacons verarbeiten keine personenbezogenen Daten, sie fungieren als reine Sendegeräte und sind datenschutzrechtlich unbedenklich. Sobald jedoch ein Empfängerprogramm (in der Regel eine Smartphone-App) eingesetzt wird, muss über die Nutzung von Beacons in der Datenschutzerklärung aufgeklärt und darüber informiert werden, wie mit den personenbezogenen Daten des Nutzers umgegangen wird (Art, Umfang, Zweck und ggf. Weitergabe an Dritte).
  • Bei der Nutzung standortbezogener Dienste bedarf es in der Regel einer gesonderten Einwilligung des App-Nutzers, sofern nicht lediglich anonymisierte Standortdaten erhoben werden. Die Einwilligung kann beispielsweise beim Download oder der erstmaligen Nutzung durch ein separates Häkchen oder eine Klick-Schaltfläche eingeholt werden.
  • Der Versand und die Ausgestaltung von Push-Mitteilungen werfen auch neue wettbewerbsrechtliche Fragen auf. Unklar bleibt, ob Push-Nachrichten unter Umständen als verbotene Werbung i.S. des § 7 UWG zu klassifizieren sind. Daher empfiehlt es sich, einen Widerruf der Einwilligung zum Erhalt von Push-Nachrichten zu ermöglichen.
  • Ebenso ist Vorsicht beim Inhalt der Push-Mitteilungen geboten. Diese müssen klar als Werbebotschaft erkennbar sein und dürfen keine unsachlich beeinflussenden oder irreführenden Angaben beinhalten.
  • Soweit Beacons beim Check-in im Hotel eingesetzt werden sollen, sind die Vorgaben der geltenden Meldegesetze zu beachten. Auch nach Inkrafttreten des neuen Bundesmeldegesetzes im November 2015 wird eine handschriftliche Unterschrift des Gastes auf dem Meldeschein weiterhin erforderlich sein.

Einen Kommentar schreiben

Tags

Vergleichsportale Sicherheitslücke § 5 UWG Datenportabilität videoüberwachung Abwerbeverbot Wettbewerbsrecht Künstliche Intelligenz Medienrecht 2014 Datenschutzerklärung fake news Heilkunde FTC AfD fotos Double-Opt-In email marketing Check-in Zustellbevollmächtigter Technologie ISPs Direktmarketing AIDA Textilien Gesamtpreis britain Bestpreisklausel Buchungsportal Minijob Vertragsrecht Internet of Things Rechtsprechung Kleinanlegerschutz Erdogan Hausrecht Arbeitsvertrag data privacy Ofcom Einwilligungsgestaltung Datensicherheit Verpackungsgesetz Beleidigung whatsapp verlinken Exklusivitätsklausel ransom Werbekennzeichnung schule Algorithmus Transparenz handelsrecht Scam Custom Audiences Social Networks Handelsregister Rechtsanwaltsfachangestellte Bachblüten Suchfunktion Umtausch Journalisten Kunsturhebergesetz Chat Anonymisierung Impressum Namensrecht Schadensersatz Vertrauen Wettbewerbsverbot Home-Office Vergütungsmodelle EuGH Limited Evil Legal Geschmacksmuster Anmeldung Nutzungsrecht Foto SSO Finanzierung verlinkung OLG Köln §75f HGB FashionID Dokumentationspflicht Creative Commons drohnen Onlineplattform technik Consent Management Compliance Conversion Freelancer Gäste Weihnachten gender pay gap Kreditkarten Gesichtserkennung Mitarbeiterfotografie drohnengesetz Marke Großbritannien Impressumspflicht Auftragsdatenverarbeitung Herkunftsfunktion markenanmeldung ReFa Überwachung Werktitel Einwilligung E-Mail-Marketing Urheberrechtsreform Messe Boehmermann Recht Dark Pattern Twitter Personenbezogene Daten Auftragsverarbeitung Vergütung Urheberrecht Registered § 24 MarkenG Adwords Europawahl Voice Assistant Finanzaufsicht Annual Return veröffentlichung JointControl Gaming Disorder Unionsmarke Preisauszeichnung Haftung informationspflichten Sponsoring Event Erschöpfungsgrundsatz Hotelrecht Marketing Lizenzrecht Europarecht handel zugangsvereitelung Website Customer Service besondere Darstellung Education gezielte Behinderung brexit Corporate Housekeeping Gesetz Zahlungsdaten Spitzenstellungsbehauptung ADV Online-Bewertungen Newsletter Störerhaftung Data Breach wallart DSGVO WLAN Single Sign-On KUG messenger Doxing Rückgaberecht Kritik NetzDG Class Action Konferenz Selbstverständlichkeiten Handynummer Urteil Analytics Duldungsvollmacht Know How E-Commerce Verbandsklage entgeltgleichheit SEA Beweislast § 4 UWG Sitzverlegung Erbe LG Köln USA geldwäsche Bundeskartellamt zahlungsdienst Spielzeug Booking.com c/o Alexa Niederlassungsfreiheit Kennzeichnungskraft Social Media Unternehmensgründung Abmahnung Ferienwohnung Produktempfehlungen

Die Rechtsanwaltssozietät Spirit Legal berät in- und ausländische Unternehmen mit internationaler Ausrichtung. Unser fachlicher Beratungsschwerpunkt liegt in den Bereichen E-Commerce, Gesellschafts-, Wettbewerbs-, Marken-, IT- und Datenschutzrecht. Dank unserer Branchenerfahrung sind wir in rechtlichen Fragen der spezialisierte Ansprechpartner für Start-ups, Reiseunternehmen und die Hotellerie.

© Spirit Legal 2013 - 2020, alle Rechte vorbehalten