Ende des Magnetstreifens nun auch in den USA

Ein Chip schützt Kartendaten wesentlich wirksamer vor Datendiebstahl als Magnetstreifen

Obama erlässt „Chip-and-PIN“-Dekret

Kraft Executive Order vom 17. Oktober 2014 verpflichtete Barack Obama staatliche Stellen zur Nutzung von Zahlungssystemen und Technologien mit höheren Sicherheitsstandards. Ab Januar 2015 werden alle staatlich ausgestellten Kreditkarten mit dem Chip-and-PIN-System ausgestattet sein. Sämtliche Geldautomaten in staatlichen Einrichtungen müssen auf die neue Chiptechnologie umgestellt werden. Mit dieser Maßnahme möchte die Regierung die weitreichende Umstellung auf sichere Zahlungstechnologien in den USA vorantreiben und die Wirtschaft dazu bewegen, diesen Impulsen zu folgen. Zudem solle dadurch der Identitätsdiebstahl – laut Obama das sich derzeit am schnellsten verbreitende Verbrechen – als häufige Folge kompromittierter Zahlungsdaten eingedämmt werden.

„Starting next year, we’re going to begin making sure that credit cards and credit card readers issued by the United States government come equipped with two new layers of protection: a microchip in the card that’s harder for thieves to clone than a magnetic strip, and a pin number you enter into the reader just as you do with an ATM“, teilte der Präsident der USA mit. „We know this technology works. When Britain switched to a chip and pin system, they cut fraud in stores by seventy per cent.”

Unternehmen sollen das neue Sicherheitsverfahren bis Oktober nächsten Jahres einführen. Einige große Einzelhandelsketten wie Home Depot, Target, Walgreens und Walmart haben sich jedoch bereiterklärt, die neuen Anforderungen schon Anfang 2015 umzusetzen. Gerade diese Unternehmen gerieten in den letzten Jahren vermehrt ins Visier von Hackern. So wurden beim Einzelhändler Target 2013 beispielsweise Zahlungsdaten von rund 40 Millionen Kunden gestohlen. Die Angreifer hatten eine Schwachstelle in der IT-Management-Software des internen Netzwerks ausgenutzt, um Kredit- und EC-Karten über die Zahlungsterminals des Händlers auszuspähen.

Die USA liegen bei der Einführung des Chip-and-PIN-Systems erheblich hinter Europa zurück. Laut dem Wirtschaftsverband Smart Card Alliance nutzen lediglich 2 % der Amerikaner Kreditkarten mit dem Chip-and-PIN-basierten Akzeptanzverfahren. Dort sind Karten mit Magnetstreifen und Unterschrift als Autorisierungsnachweis noch immer die Regel. Diese Technologie gilt mittlerweile jedoch als überholt, da sie Karten anfälliger für Missbrauch – zum Beispiel durch sogenanntes Skimming – macht. Der Chip schützt die Kartendaten wesentlich wirksamer vor Datendiebstahl als Magnetstreifen, zumal darauf Daten verschlüsselt hinterlegt werden können.

Das Chip-and-PIN-System, das hierzulande hauptsächlich als EMV-Verfahren bekannt ist, wurde in Deutschland Anfang 2013 im Zuge der Schaffung des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums (SEPA) vollständig umgesetzt.

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