Finger weg von Musterverträgen

Stellen Sie sich vor, Sie wollen einen Vertrag mit einem wichtigen Kunden schließen, haben aber keinen Vertragsentwurf parat. Nicht selten gerät man dann in Versuchung, einen Vertrag zu googeln und das erste Vertragsmuster zu verwenden. Es muss ja schnell gehen. Warum das keine gute Idee ist, erläutere ich Ihnen jetzt. Mein Name ist Katharina Hahn. Ich bin Anwältin für Handels- und Gesellschaftsrecht bei Spirit Legal und werde Ihnen die drei größten Fehler, die man bei der Verwendung von Vertragsmustern vermeiden sollte, erläutern.

Die drei häufigsten Fehler in Musterverträgen

Der erste Fehler, der häufig auftritt, ist, das Vertragsmuster passt gar nicht auf den Einzelfall. Ich möchte einen Dienstleistungsvertrag abschließen, habe aber ein Muster für einen Werkvertrag. Das ist für einen Laien auch nicht so einfach herauszufinden, denn die Grenzen zwischen Dienstleistungs- und Werkvertrag sind fließend. Ob ein Dienstleistungsvertrag oder ein Werkvertrag vorliegt, ist aber sehr, sehr wichtig, zum Beispiel für die Vergütungsfrage. So kann es sein, dass die Verwendung des falschen Vertragsmusters für einen oder beide Vertragspartner sehr nachteilig ist.

Der nächste Fehler, den es zu vermeiden gilt, ist handwerklich schlechte Vertragsmuster zu nehmen. Die können vor allem zustande kommen, wenn man sich aus verschiedenen Vertragsmustern bedient. So kann es zum Beispiel sein, dass der gleiche Begriff mit unterschiedlichen Terminologien verwendet wird, zum Beispiel heißt in einem Absatz der Kunde "Kunde", im nächsten heißt er "Auftragnehmer". Außerdem ist es schlechtes Handwerk, wenn man Überflüsssiges oder Dinge, die sowieso schon gesetzlich geregelt sind, in den Vertrag aufnimmt. Das führt mehr zur Verwirrung der Vertragsparteien, als dass es irgendeiner Partei hilft.

Der letzte, aber auch gleichzeitig schwerwiegendste Fehler ist es, die Hauptleistungspflichten gar nicht zu regeln. Aus den meisten Vertragstexten geht gar nicht hervor, welche Partei was zu tun hat und wie sich denn die Vergütung für welche Tätigkeit konkret zusammensetzt.

Die Alternative zum Mustervertrag

Im Zweifel rate ich Ihnen auf jeden Fall kein Vertragsmuster zu verwenden, sondern folgende Alternative: Verwenden Sie einen Onepager, in dem Sie die wichtigsten Dinge, die Sie regeln wollen zusammentragen und im Übrigen kann auf das Gesetz verwiesen werden. Die gesetzlichen Regelungen sind für beide Parteien meist sehr ausgewogen.

Einen Kommentar schreiben

Tags

Suchalgorithmus Umtausch Handelsregister Beleidigung Recap Digitalwirtschaft Marke Werbung Online Shopping Jahresrückblick Xing Dark Pattern neu Kinderrechte Störerhaftung Gepäck Barcamp Leipzig Kleinanlegerschutz Adwords Heilkunde Wettbewerb Vertragsgestaltung Filesharing Datenpanne Haftung Haftungsrecht Phishing Journalisten Foto markenanmeldung Dynamic Keyword Insertion Influencer GmbH Europarecht Informationsfreiheit Leaks Mitarbeiterfotografie Vergütung ADV Beschäftigtendatenschutz bgh Website Spitzenstellungsbehauptung Bestpreisklausel Vergütungsmodelle Datenschutzgesetz Scam Textilien HSMA transparenzregister Flugzeug Arbeitsrecht Geschäftsanschrift Bachblüten Soziale Netzwerke Kekse Spielzeug fake news 5 UWG right of publicity Bußgeld Einzelhandel Restaurant Großbritannien Dokumentationspflicht Pressekodex Travel Industry Handynummer handel Abhören Schleichwerbung technik Suchmaschinenbetreiber total buy out Privacy Social Engineering Telefon Hausrecht unternehmensrecht Einwilligungsgestaltung drohnen Arbeitsunfall technology Ruby on Rails Berlin LG Köln Kennzeichnungskraft IT-Sicherheit Wettbewerbsrecht Künstliche Intelligenz Verlängerung Unionsmarke vertrag Beacons News §75f HGB Messe Buchungsportal Meinungsfreiheit Expedia.com New Work Suchfunktion Internet of Things Apps Interview Kundendaten Job OTMR Vertrauen WLAN Algorithmen Herkunftsfunktion SEA Compliance Hinweispflichten Infosec online werbung Conversion Stellenangebot fristen Osteopathie Kartellrecht drohnengesetz BDSG Email Anmeldung Sicherheitslücke datenverlust TeamSpirit Einwilligung Amazon Gesichtserkennung Rechtsprechung zahlungsdienst informationspflichten KUG Bestandsschutz Resort Bildrecherche Überwachung Verbandsklage Datenschutzerklärung Trademark Fotografen Hotel Recht Persönlichkeitsrecht § 4 UWG Einverständnis FTC Irreführung anwaltsserie Class Action html5 Autocomplete Bildrechte Reise Schadenersatz Corporate Housekeeping Social Networks Art. 13 GMV ecommerce EC-Karten brexit 3 UWG Zahlungsdaten Löschung privacy shield Crowdfunding Datensicherheit britain Ofcom Event Lizenzrecht Datenschutzbeauftragter Erbe Auftragsverarbeitung Online-Portale Sperrabrede Zustellbevollmächtigter ReFa Onlineshop Insolvenz LMIV Hotelkonzept Doxing Lebensmittel Evil Legal Urteile Panoramafreiheit Hacking Gäste Kunsturhebergesetz Kundenbewertung nutzungsrechte Unterlassung Opentable Finanzaufsicht Online-Bewertungen

Die Rechtsanwaltssozietät Spirit Legal LLP berät in- und ausländische Unternehmen mit internationaler Ausrichtung. Unser fachlicher Beratungsschwerpunkt liegt in den Bereichen E-Commerce, Gesellschafts-, Wettbewerbs-, Marken-, IT- und Datenschutzrecht. Dank unserer Branchenerfahrung sind wir in rechtlichen Fragen der spezialisierte Ansprechpartner für Start-ups, Reiseunternehmen und die Hotellerie.

© Spirit Legal LLP 2013 - 2019, alle Rechte vorbehalten