Influencer und Schleichwerbung: Posts kennzeichnen mit #Ad

Evil Legal zum Nachlesen

Immer häufiger wurde ich in den letzten Monaten von Agenturen und Influencern gefragt: Wie muss ich meine Posts eigentlich richtig kennzeichnen, um mich nicht dem Vorwurf der Schleichwerbung auszusetzen? Reicht es, wenn ich die Kennzeichnung in den Hashtags vornehme, und reicht der Hashtag #Ad als Kennzeichnung aus?

Diese Frage möchte ich kurz beantworten. Mein Name ist Jonas Kahl. Ich bin Rechtsanwalt im Urheber- und Medienrecht bei Spirit Legal.

Ob #Ad als Kennzeichnung für einen Influencer Post ausreicht, hatte das Oberlandesgericht in Celle erst vor wenigen Monaten zu entscheiden. In dem konkreten Fall ging es darum, dass ein Influencer im Auftrag einer Drogeriemarktkette eine bezahlte Produktplatzierung in einem seiner Posts vorgenommen und lediglich durch den Hashtag #ad darauf hingewiesen hatte, dass er einerseits für den Post Geld bekommen hat und dass es sich andererseits bei seinem Post um Werbung handelt.

Das Oberlandesgericht Celle hat die Kennzeichnung mit #ad nicht als ausreichend angesehen und festgestellt, dass Werbung „auf den ersten Blick und ohne Zweifel“ als solche erkennbar sein muss.

Das Gericht war der Auffassung, dass das bei dem Hashtag nicht gewährleistet war, weil ihn der durchschnittliche Nutzer an der Stelle nicht zur Kenntnis nimmt. Er ist einerseits erst am Ende des Beitrages aufgeführt, zum anderen stand er versteckt zwischen weiteren Hashtags. Darüber hinaus ist er auch noch recht kurz und geht dadurch zwischen dem restlichen Inhalt unter. Zudem kann man sich fragen, ob es auch eine Rolle spielt, dass der Hashtag auf Englisch formuliert wurde. In anderen Entscheidungen hat nämlich auch die Sprache der Kennzeichnung schon eine Rolle gespielt.

Ein weiterer entscheidender Punkt aus dieser neuen Gerichtsentscheidung betrifft die Frage: Wer haftet eigentlich für solche unzureichend gekennzeichneten Posts? Wer bisher meinte, dass dafür nur die Influencer selbst haften, hat sich getäuscht. Das Oberlandesgericht Celle hat in seiner Entscheidung festgestellt, dass auch die werbenden Unternehmen, die den Auftrag für einen solchen Post geben, dafür zur Rechenschaft gezogen werden können.

Insofern kann ich an dieser Stelle nur raten, von Anfang mit einem Influencer-Vertrag zu vereinbaren, wie gekennzeichnet werden muss und dabei auch zu regeln, wer zahlen muss, wenn es einmal zu einer Verletzungshandlung kommt.

Wenn Sie weitere Informationen dazu haben möchten, wie Sie Werbung im Internet richtig kennzeichnen, sprechen Sie mich gerne an!

Einen Kommentar schreiben

Tags

Corporate Housekeeping Class Action Kartellrecht Autocomplete Expedia.com Europarecht Gesundheit Algorithmen Google Keyword-Advertising Dynamic Keyword Insertion informationstechnologie Impressum Kleinanlegerschutz Diskriminierung Sperrabrede markenanmeldung Bafin Unionsmarke geldwäsche Gepäck Hotelsterne verlinkung Hacking Irreführung Informationsfreiheit Reiserecht Tracking Herkunftsfunktion messenger Wettbewerbsrecht Bundesmeldegesetz Hinweispflichten Hotel Event veröffentlichung Persönlichkeitsrecht verlinken Online-Portale html5 Stellenangebot Kündigung Kundendaten HSMA whatsapp Domainrecht Rechtsanwaltsfachangestellte handel News LG Hamburg Gesetz Double-Opt-In E-Commerce Entschädigung Verlängerung Niederlassungsfreiheit Urteile transparenzregister Influencer Ring Team Jugendschutzfilter jahresabschluss Datenschutzgrundverordnung Compliance Xing Geschäftsanschrift Preisauszeichnung Hausrecht vertrag Abmahnung right of publicity gender pay gap Geschäftsführer Data Breach data privacy Beweislast Social Media Wettbewerb schule Bestpreisklausel Vergütungsmodelle Urheberrecht Sitzverlegung besondere Darstellung AstraDirekt Bestandsschutz Conversion NetzDG Onlinevertrieb Einwilligung Scam Datensicherheit Datenschutzerklärung targeting Schutzbrief Barcamp Cyber Security DSGVO Markenrecht 2014 Amazon Versicherungsrecht custom audience Blog Kennzeichnung EU-Kosmetik-Verordnung Ferienwohnung Schöpfungshöhe information technology Verfügbarkeit Impressumspflicht Werktitel Social Engineering Überwachung Linkhaftung Vertragsgestaltung Webdesign 3 UWG BDSG Ofcom SEA fake news Bewertung GmbH Rechtsprechung Gastronomie ecommerce § 4 UWG Schadensfall Buchungsportal Leipzig copter LMIV technik München § 15 MarkenG Selbstverständlichkeiten drohnengesetz Ruby on Rails E-Mail-Marketing Schadenersatz Urlaub WLAN bgh gezielte Behinderung Produktempfehlungen Preisangabenverordnung c/o IT-Sicherheit Registered fotos Panorama privacy shield Freelancer Behinderungswettbewerb AGB gesellschaftsrecht Datenpanne Suchalgorithmus Stellenausschreibung Dokumentationspflicht Störerhaftung Online Marketing videoüberwachung Referendar Extremisten Recap Meinung neu Bundeskartellamt Midijob Hack EU-Textilkennzeichnungsverordnung Distribution Schleichwerbung Privacy Markensperre Mindestlohn nutzungsrechte Facebook berufspflicht Suchfunktion Fotografen Data Protection Presse Heilkunde Direktmarketing Haftungsrecht Großbritannien Geschmacksmuster Unlauterer Wettbewerb Apps Marketing Vergütung Exklusivitätsklausel drohnen LG Köln Travel Industry Kennzeichnungskraft

Die Rechtsanwaltssozietät Spirit Legal LLP berät in- und ausländische Unternehmen mit internationaler Ausrichtung. Unser fachlicher Beratungsschwerpunkt liegt in den Bereichen E-Commerce, Gesellschafts-, Wettbewerbs-, Marken-, IT- und Datenschutzrecht. Dank unserer Branchenerfahrung sind wir in rechtlichen Fragen der spezialisierte Ansprechpartner für Start-ups, Reiseunternehmen und die Hotellerie.

© Spirit Legal LLP 2013 - 2018, alle Rechte vorbehalten




Spirit Legal LLP hat 4,64 von 5 Sternen | 73 Bewertungen auf ProvenExpert.com