Unfall im Home-Office - wann ist es ein Arbeitsunfall?

Die Arbeit im Home-Office liegt voll im Trend. Immer mehr Angestellte und Selbstständige arbeiten teilweise oder sogar vollständig im Home-Office. Passiert zuhause ein Unfall, stellt sich die Frage, ob es sich um einen Arbeitsunfall im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung handelte. Katharina Hahn, Rechtsanwältin im Bereich Handels- und Gesellschaftsrecht bei Spirit Legal LLP, erläutert im Video, warum die Anerkennung eines Arbeitsunfalls für den Geschädigten so wichtig ist und in welchen Fällen im Home-Office ein Arbeitsunfall vorliegen kann.

Ob die Unfallversicherung für Verletzungen und sogar Folgeschäden aufkommt, kann für den Geschädigten einen großen Unterschied machen. Denn die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung sind in den meisten Fällen besser als Leistungen der Krankenversicherung.

Zum Beispiel kann es für bleibende Körperschäden aufgrund eines Arbeitsunfalls auch eine Rente geben, das wäre bei den meisten Krankenversicherungen nicht der Fall.

Doch wann besteht eigentlich gesetzlicher Unfallversicherungsschutz? - Grundsätzlich besteht er für jeden Angestellten und Selbstständigen während seiner beruflichen Tätigkeit und auf dem Weg dorthin und wieder zurück. Das gilt grundsätzlich selbstverständlich auch für im Home-Office Berufstätige.

Stürzt man aber z.B. in seiner Wohnung auf dem Weg ins heimische Wohnzimmer (weil dort das Faxgerät steht), ist die Rechtsprechung sehr streng, was die Gewährung von Versicherungsschutz in diesen Situationen angeht.

Unabhängig vom Home-Office ist es bei Wegeunfällen für Behörden und Gerichte eine Herausforderung, eine klare Grenze zum nicht versicherten privaten Bereich des Geschädigten zu ziehen. Hierzu gibt es unzählige Urteile. Nach der Rechtsprechung muss der Weg des Geschädigten noch im sachlichen Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit stehen. Schon bei geringen Abweichungen vom Weg zur oder von der Tätigkeit besteht kein Unfallversicherungsschutz mehr.

So wurde beispielweise im Jahr 2017 ein Wegeunfall abgelehnt, als eine Angestellte den Heimweg für einen kurzen Einkauf in der Metzgerei unterbrochen hatte und auf dem Parkplatz stürzte.

Nach der jüngeren Rechtsprechung des Bundessozialgerichts ist für einen Arbeitsunfall im Home-Office entscheidend, ob man zum Zeitpunkt des Unfalls dienstlich motiviert gehandelt hat.

Das wäre der Fall, wenn der Weg vom heimischen Arbeitszimmer ins Wohnzimmer etwas mit der beruflichen Tätigkeit zu tun hatte, z.B. weil das Faxgerät im Wohnzimmer steht und ein dienstliches Fax eingegangen ist.

Es kann sein, dass niemand den Unfall in der Wohnung bezeugen kann. Deshalb muss der Geschädigte im Ernstfall detaillierte Indizien vorbringen, um einen Zusammenhang zwischen dem Unfall und der versicherten Tätigkeit zu begründen. Das Gericht entscheidet dann am Ende nach eigener Abwägung darüber, ob die Indizien für eine dienstliche Motivation zum Zeitpunkt des Unfalls in der Wohnung vorlagen.

Im Ergebnis gibt es für Arbeitsunfälle im Home-Office im Vergleich zu Unfällen außerhalb der Wohnung eine strengere Rechtsprechung. Die große Herausforderung für den Geschädigten ist insbesondere, den Zusammenhang zwischen Unfall und beruflicher Tätigkeit überzeugend darzulegen. Zur Absicherung dieses zusätzlichen Risikos kann eine private Unfallversicherung sinnvoll sein.

Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie mich einfach an.

Einen Kommentar schreiben

Tags

Wahlen Medienrecht Marketing Erdogan videoüberwachung Content-Klau Kennzeichnung München Social Media transparenzregister Barcamp DSGVO Verfügbarkeit Konferenz Pseudonomisierung ransom Kundendaten Extremisten Twitter unternehmensrecht Check-in GmbH Spitzenstellungsbehauptung Datengeheimnis Lohnfortzahlung Kunsturhebergesetz Expedia.com Data Protection jahresabschluss Team OTMR veröffentlichung Unterlassung Email Foto privacy shield Beleidigung Markenrecht TikTok Datenschutzbeauftragter NetzDG Sponsoring News Hinweispflichten Google AdWords EU-Kosmetik-Verordnung TeamSpirit Algorithmus Transparenz Überwachung ransomware Löschungsanspruch markenanmeldung #emd15 Artificial Intelligence Deep Fake Produktempfehlungen Nutzungsrecht geldwäsche Presse UWG Linkhaftung Informationspflicht Löschung Vergütungsmodelle Medienstaatsvertrag Dynamic Keyword Insertion JointControl Consent Management Datenpanne Rabattangaben Entschädigung Tipppfehlerdomain Social Engineering Unternehmensgründung Instagram Website Haftungsrecht Bewertung Hausrecht Geschäftsgeheimnis Exklusivitätsklausel Human Resource Management ecommerce USPTO Einstellungsverbot Restaurant Wettbewerbsrecht LMIV Hotel Recap kommunen Flugzeug online werbung datenverlust Kritik 2014 Home-Office Online ISPs Vertrauen Social Networks Wettbewerbsbeschränkung Impressumspflicht urheberrechtsschutz Onlinevertrieb Leipzig Vertragsgestaltung events Online Shopping FashionID Distribution Hotelkonzept data privacy Datenschutzrecht E-Commerce ePrivacy Bildrecherche verlinken Digitalwirtschaft FTC Ferienwohnung Ofcom data Verbandsklage Urheberrechtsreform Leaks Conversion gender pay gap Rechtsanwaltsfachangestellte patent Onlineplattform EU-Textilkennzeichnungsverordnung Trademark ReFa Künstliche Intelligenz Geschmacksmuster Neujahr Datenschutzgesetz Presserecht Hotelrecht Machine Learning Vertragsrecht Newsletter Event Mindestlohn Kundenbewertungen §75f HGB Chat CNIL hate speech Datenschutzgrundverordnung ADV Schöpfungshöhe Geschäftsführer Einzelhandel Gaming Disorder Rückgaberecht Verlängerung Tracking Persönlichkeitsrecht Markensperre Finanzaufsicht Suchfunktion Blog Datenschutz Markeneintragung Wettbewerb Minijob Notice & Take Down Auslandszustellung Radikalisierung Heilkunde zahlungsdienst Haftung Meinung wetteronline.de fotos Hotelvermittler Infosec Internet Panoramafreiheit Unlauterer Wettbewerb Lizenzrecht handelsrecht Unionsmarke Big Data Wettbewerbsverbot Education Osteopathie Selbstverständlichkeiten schule Autocomplete Anonymisierung Europa BDSG Preisauszeichnung Aufsichtsbehörden Kundenbewertung britain total buy out

Die Rechtsanwaltssozietät Spirit Legal berät in- und ausländische Unternehmen mit internationaler Ausrichtung. Unser fachlicher Beratungsschwerpunkt liegt in den Bereichen E-Commerce, Gesellschafts-, Wettbewerbs-, Marken-, IT- und Datenschutzrecht. Dank unserer Branchenerfahrung sind wir in rechtlichen Fragen der spezialisierte Ansprechpartner für Start-ups, Reiseunternehmen und die Hotellerie.

© Spirit Legal 2013 - 2021, alle Rechte vorbehalten